Am Morgen des 6. Mai 1527 gab der Generalhauptmann Bourbon von seinem Hauptquartier aus, dem Kloster Sant’Onofrio auf dem Gianicolo, das Zeichen zum Angriff. Bei der „Porta del Torrione“ wurde er tödlich verwundet, als er zum Sturm auf die Stadtmauer ansetzte. Nach kurzem Zögern durchbrachen die spanischen Söldner die „Porta del Torrione“, während die Landsknechte in den „Borgo Santo Spirito“ und den „Borgo San Pietro“ einfielen. Die Päpstliche Schweizergarde, die sich vollzählig beim Obelisken eingefunden hatte, der damals in der Nähe des „Campo Santo Teutonico“ stand, und die wenigen römischen Truppen leisteten verzweifelten Widerstand. Der Kommandant Kaspar Röist wurde verwundet und später im Quartier vor den Augen seiner Frau Elisabeth Klingler von den Spaniern auf barbarische Art niedergemetzelt. Von den 189 Schweizern überlebten nur die 42 Gardisten, die unter der Führung von Herkules Göldli - Klemens VII. zu seinem Zufluchtsort, der Engelsburg, begleiteten.
Die anderen fielen heldenhaft, zusammen mit 200 in die Kirche Geflüchteten, vor dem Hochaltar von Sankt Peter. Die Rettung Klemens’ VII. und seiner Leute ermöglichte ein geheimer Fluchtgang, der sogenannte "Passetto", den Alexander VI. auf der Mauer, die vom Vatikan zur Engelsburg führt, hatte anlegen lassen. Die wilde Horde hatte es eilig, da sie fürchtete, dass ihr die Liga den Rückzug abschneiden könne. Landsknechte und Spanier strömten über die „Ponte Sisto“ in die Stadt und verbreiteten acht Tage lang Schrecken und Gewalt, raubten, frevelten und mordeten. Sie brachen sogar die Gräber der Päpste, auch das von Julius II., auf, um sie auszuplündern. Man schätzt die Zahl der Toten auf 12‘000 und den Wert der Beute auf zehn Millionen Dukaten.
Alles, was geschah, ist nicht verwunderlich, wenn man bedenkt, dass das kaiserliche Heer und mehr noch die Landsknechte Frundsbergs von dem gewalttätigen Gedanken eines Kreuzzugs gegen den Papst geleitet wurden. Vor der Engelsburg wurde unter den Augen des Papstes die Parodie einer kirchlichen Prozession inszeniert, mit der man Klemens aufforderte, Luther die Segel und die Ruder der "Navicella", des Petrusschiffchens, zu übergeben. Die Soldaten grölten: "Vivat Lutherus pontifex". Zum Hohn wurde Luthers Name mit der Schwertspitze in das Fresko "La Disputa del Santissimo Sacramento" (Die Disputation über das Allerheiligste) in den Stanzen Raffaels eingeritzt, und eine andere Inschrift verherrlichte Karl V. Kurz und präzise dazu ist das Urteil des Priors der Kanoniker von Sant’Agostino: "Malifuere Germani, pejores Itali, Hispani vero pessimi." (Die Deutschen waren schlimm, die Italiener schlimmer, am schlimmsten aber waren die Spanier.)
Abgesehen von dem unersetzlichen Verlust durch die Zerstörung der Reliquien gingen während des »Sacco di Roma« Kunstwerke von unschätzbarem Wert verloren, wie zum Beispiel der grösste Teil der Gold¬schmiedearbeiten der Kirchen. Am 5. Juni ergab sich Klemens VII. und musste sich harten Bedingungen unterwerfen: der Übergabe der Festungen Ostia, Civitavecchia und Civita Castellana; dem Verzicht auf die Städte Modena, Parma und Piacenza und der Zahlung von 400‘000 Dukaten. Die päpstliche Garnison wurde durch vier Kompanien deutscher und spanischer Soldaten ersetzt. Die Schweizergarde wurde abgeschafft und ihr Dienst von 200 Landsknechten über¬nommen. Der Papst setzte durch, dass die überlebenden Schweizer in die neue Garde eintreten durften, doch nur zwölf von ihnen machten von diesem Angebot Gebrauch. Zu diesen gehörten Hans Gutenberg aus Chur und Albert Rosin aus Zürich. Die anderen wollten nichts mit den verhassten Landsknechten zu tun haben.
